Zwanghafte Selbstverletzung: Die Zwanghafte Selbstverletzung umfaßt Dinge wie Haare ausreißen, Haut quetschen, kratzen, oder auch eine übertriebene Kritik bei dem entfernen von Markeln in der Haut (Pickel aufkratzen). Die Person, die ein solches zwanghaftes Verhalten ausübt, verwendet dieses, um Spannungen abzubauen. Zwanghafte Selbstverletzung weißt einen anderen Charakter mit unterschiedlichen Ursachen als die episodische und wiederholende Selbstschädigung auf.

Episodische und wiederholende Selbstverletzung: Beide fallen unter impulsive Handlungen und der Unterschied zwischen ihnen scheint eine Frage des Ausmaßes zu sein. Episodische Selbstschädigung ist Selbstverletzendes Verhalten, welches von solchen Menschen ausgeführt wird, die sich selbst nicht als „Selbstverletzer“ bezeichnen und über ihr Verhalten nicht nachdenken. Was als eine solche episodische Selbstschädigung beginnt, kann sich zur wiederholenden Selbstverletzung steigern. Bei dieser Art des SVV ist sich der Betroffene darüber bewußt SVVler zu sein, auch wenn er es nicht gerade tut. Die episodische Selbstschädigung wird dann wiederholend, wenn das, was ehemals ein Symptom war, zu einem eigenständigen Krankheitsbild wird. Viele Betroffene beschreiben dieses Verhalten als „süchtig machend“, da die Selbstverletzung häufig zu einem Reflexverhalten bei Streßsituationen führt. Befindet sich der SVVler in einer Situation, in mit der er überfordert ist, z.B. ein Streit, so greift er zu einer Klinge, Schere oder ähnliches.

Warum verletzen sich Menschen selbst?

Die Selbstverletzung ist ein Aspekt, den viele Menschen nur schwer, wenn überhaupt verstehen können. Denn warum sollte sich jemand selbst Verletzungen zufügen? Dies erscheint den meisten als sehr unverständlich. Doch es ließ sich feststellen, daß sich SVVler durch die Selbstverletzung eine schnelle Erleichterung verschaffen können, wenn sie mit negativen oder erdrückenden Situationen oder auch starken Emotionen konfrontiert wurden. So kann sich der SVVler z.B. durch das herausreißen der Haare von der starken körperlichen Erregung wieder auf ein „Normal-Niveau“ senken. Im den meisten Fällen fühlt sich die Person dann erleichtert. Diese Erleichterung kann jedoch schnell zu Schuldgefühlen übergehen, durch die Erkenntnis, „Es“ schon wieder getan zu haben. Und je nach Stärke der Schuldgefühle können diese zu einer weiteren Selbstverletzung führen. Doch dies ist in keinem Fall mit den vorhergehenden negativen Gefühlen und der unerträglichen Spannung zu vergleichen.